Die KiTa-Spielothek - Neue Spiele für Kindergärten und Familien

Initiative von Mehr Zeit für Kinder e.V. stattet 500 Kindertagesstätten in Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg mit neuen Spielen aus. Familien können Spiele nach Hause ausleihen.

Frankfurt am Main, November 2010 - 500 Kindergärten aus den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg können sich freuen: Sie haben Spieleausstattungen der Initiative „KiTa-Spielothek" im Gesamtwert von 450.000 Euro gewonnen. Diese Spiele können die Familien der Kinder ausleihen, um sie zu Hause auszuprobieren. Die Initiative wurde im Herbst 2010 vom Verein „Mehr Zeit für Kinder" ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit pädagogisch begründeten Spielen die Entwicklung der Kinder zu fördern, Erziehungspartnerschaften zwischen Erziehern und Eltern zu unterstützen und die Spielkultur in den Familien zu stärken.

Der Begriff „KiTa-Spielothek" ist ein Wortspiel, das sich aus „Kindertagesstätte", „Spielen" und „Bibliothek" zusammenfügt, denn die KiTa-Spielothek ist als feste Spieleinrichtung mit Ausleihsystem für Kindertageseinrichtungen gedacht. Das Besondere an der Idee: Die Kinder dürfen ihre Lieblingsspiele ausleihen und mit nach Hause nehmen, um sie dort gemeinsam mit Eltern, Geschwistern und Großeltern auszuprobieren.

Insgesamt erhalten 500 Kindertagesstätten aus Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg in einem Pilotprojekt eine solche Spieleausstattung. In diesen drei Bundesländern rief der Mehr Zeit für Kinder e.V. Kindertageseinrichtungen dazu auf, sich bis Ende September 2010 mit ihren Ideen zur Umsetzung der KiTa-Spielothek zu bewerben. Pädagogische Konzepte, Projektbeschreibungen oder Fotos durften die eingeschickten Unterlagen ergänzen. Anfang November machen sich die LKWs auf den Weg, um die in Schatzkisten verpackten Spiele an die Kindergärten zu liefern.

„Der enorme Bewerbungs-Rücklauf der Kindergärten zeigt uns, wie zentral das Thema Spielen mit klassischen Spielzeugen in den Kindergärten weiterhin ist. In den Unterlagen haben wir viel Lob von den ErzieherInnen erhalten, zur Idee des Projekts und der Zusammenstellung der Spiele. Viele ErzieherInnen betonten, wie groß die Bereicherung der Spiele sei, vor allem im Bezug auf die Zusammenarbeit mir den Eltern", erläutert Simone Linden, Geschäftsführerin des Vereins Mehr Zeit für Kinder. „Wir wünschen uns, dass anhand der Spiele, die die Kinder mit nach Hause nehmen dürfen, auch die Familien das gemeinsame Spielen wieder entdecken. Entdecken heißt erfahren - und Erfahrungen fördern die kindliche Entwicklung."

Getestet und für gut befunden
Spielen spielt bei der Entwicklung von Kindern somit buchstäblich eine zentrale Rolle. Aus diesem Grund sind alle in der KiTa-Spielothek enthaltenen Spiele sorgfältig ausgewählt und von erfahrenen Pädagogen und Wissenschaftlern des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen aus Ulm (ZNL) getestet und auf die Entwicklungsförderung für Kinder geprüft worden.

Prof. Dr. Manfred Spitzer, Neurologe, Gründer und Leiter des ZNL: „Was ein Kind selbst durch spielerische Beschäftigung, durch Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten erfährt, hinterlässt deutliche Spuren in seinem Gehirn. Je mehr Erfah¬rungen es macht, desto mehr und tiefere Spuren bilden sich aus. Einmal vorhandene Spuren ermöglichen, dass neue Informationen leichter verarbeitet werden und erhöhen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Informationsverarbeitung im Gehirn. Selbst gemachte Erfahrungen erleichtern und fördern das Lernen."

Gemeinsam mit den Spielen erhalten die Erzieher eine pädagogische Arbeitsmappe. Sie enthält Tipps, wie die Einrichtung die KiTa-Spielothek in den Alltag integrieren kann und wie sie die Eltern mit an Bord holen kann. Eine beiliegende Übersicht stellt alle ausgewählten Spiele vor und informiert, welches Spiel für welches Alter und welchen Entwicklungsbereich am besten geeignet ist.

 


Hintergrund
Bereits im Kindergartenalter lernen Kinder Bildschirmmedien kennen, klassisches Spielzeug gerät dabei immer mehr in den Hintergrund. Mit einem elektronischen Spielzeug in der Hand verhält sich ein Kind zwar ruhig. Es hat jedoch keine Chance, sich unmittelbar mit anderen Menschen auseinander zu setzen und auszutauschen, Kreativität und Bewegung bleiben auf der Strecke. Soziale und aktive Erfahrungen, die das Spielen mit klassischem Spielzeug mit sich bringt, sind jedoch von großer Bedeutung für die Entwicklung des Kindes. Anerkennung und Einhaltung von Regeln oder das Aushandeln von Kompromissen bilden dabei eine wesentliche Grundlage. Gerade die Auseinandersetzungen mit anderen, die oft schon mit der Einigung auf ein bestimmtes Spiel beginnen, fördern soziales Lernen - auch oder gerade, wenn es dabei lebhaft zugeht. Eltern und ErzieherInnen tun daher viel für die Kinder, wenn sie eine spielfreundliche Atmosphäre schaffen, denn: Spielen ist der kindgemäße Weg des Lernens. Wenn die erwachsenen Bezugspersonen selbst regelmäßig mitspielen, erleben Kinder spielerische Aktivitäten in einem sinn- und lustvollen Zusammenhang.
Mit der KiTa-Spielothek erhalten die Kindergärten pädagogisch begründetes Spielmaterial, das die Kinder in mehreren Entwicklungsbereichen fördert. Durch das Ausleihsystem der Spielothek erfahren die Eltern, mit welchen Spielen die Kinder in den Einrichtungen in Kontakt kommen. Auf diese Weise ergeben sich Anlässe zu Gesprächen zwischen Eltern und ErzieherInnen über die Entwicklung der Kinder. Das unterstützt die Erziehungspartnerschaften zwischen Eltern und ErzieherInnen.

Weitere Informationen zur KiTa-Spielothek sowie zum Wettbewerb sind auf www.kitaspielothek.de einzusehen.


Eine Liste aller Gewinnerschulen in den jeweiligen Bundesländern erhalten Sie gerne auf Anfrage.


 


   
Foto: Heidi Velten   Foto: Mehr Zeit für Kinder e.V.  

Foto: Mehr Zeit für Kinder e.V.

Das Logo sowie das Foto von Heidi Velten finden Sie hochaufgelöst zum Download unter folgendem Deep-Link: http://www.mzfk.net/Presse-KiTa-Spielothek.html

Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten

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Pressekontakt:

Mehr Zeit für Kinder e.V.,  Telefon: 069-156896-0, E-Mail: info(at)mzfk.de

 

 

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