Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank?

Nützliche Informtionen jetzt auch auf Türkisch und Russisch

Die Zahl der älteren Menschen mit Migrationshintergrund steigt und mit ihr auch die Gruppe der Migrantinnen und Migranten, die an einer Demenz erkranken können. 39.000 Menschen mit türkischer Einwanderungsgeschichte sind heute älter als 75 Jahre und 146.000 zwischen 65 und 75 Jahre. Bei der russischsprachigen Bevölkerung in Deutschland sind sogar 139.000 Personen 75 Jahre und älter.

Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind von den Auswirkungen einer Demenz in besonderer Weise betroffen. Denn zuerst verblassen Erinnerungen aus der näheren Vergangenheit, Wörter der zuletzt gelernten Sprache fallen nicht mehr ein. Die Orientierung in der neuen Heimat wird schwieriger, was häufig zu Unsicherheit bei den Betroffenen wie den Angehörigen führt. Umso wichtiger sind leicht verständliche Informationen in der Muttersprache. Der Familienratgeber „Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank?“ wurde nun gemeinsam mit dem Bundeskanzleramt und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, in türkischer und russischer Sprache herausgegeben.

Tipps für die Gestaltung des Familienlebens

Die Diagnose Demenz oder Alzheimer wirft bei betroffenen Familien zunächst viele Fragen auf: Welchen Einfluss hat die Krankheit auf das Zusammenleben von Jung und Alt? Wie kann es gelingen, sich um die eigenen Eltern zu kümmern und dabei die Kinder nicht zu vernachlässigen? Der Ratgeber erläutert kindgerecht die Krankheit und hilft Kindern beim Umgang mit den Veränderungen der Großeltern. Der Ratgeber richtet sich auch an Erwachsene, sie erhalten Tipps für die Gestaltung des Familienlebens und Informationen über Hilfsangebote und Beratungsstellen.

Unterstützung für Angehörige

Viele Familien sorgen mit viel Geduld und Verständnis für ihre von Demenz betroffenen Angehörigen, doch häufig geraten sie dabei an ihre Belastungsgrenze, und nicht immer wissen sie über die vielen Hilfsmöglichkeiten Bescheid. Darum hat Staatsministerin Aydan Özoğuz den Ratgeber zum Thema Demenz für türkischsprachige und russischsprachige Familien in Deutschland gefördert. Das Thema Demenz ist oft mit Scham besetzt und wird deshalb nicht offen angesprochen. Ein Familienratgeber kann Familien das Gespräch über die Krankheit erleichtern. Die Familienherkunftssprachen sind oft noch gemeinsame Familiensprache, die gerade für das vertraute Gespräch zu besonders intimen Themen verwandt wird. Aus diesem Grund wird der Demenzratgeber in russischer bzw. türkischer Sprache herausgegeben.

"Warum legt Oma ihre Brille in den Kühlschrank?" ist auf Türkisch und Russisch kostenfrei unter info@mzfk.de oder 069-156896-0 erhältlich.